Infection prevention at preschool age - What is reasonable? [Infektionsprävention im Kindergartenalter -Was ist sinnvoll?]

2.50
Hdl Handle:
http://hdl.handle.net/10033/620648
Title:
Infection prevention at preschool age - What is reasonable? [Infektionsprävention im Kindergartenalter -Was ist sinnvoll?]
Authors:
Schlinkmann, K.M.; Raupach-Rosin, H.; Hübner, J.,
Abstract:
Akute respiratorische und gastrointestinale Infektionen stellen die am weitesten verbreiteten Infektionserkrankungen im Kindesalter dar und generieren hohe Kosten. Bezüglich des Immunsystems ist neben der Infektionsabwehr auch die Immuntoleranz zu beachten. Daraus ergibt sich die Frage nach einer Ausgestaltung der Infektionsprävention, bei der negative Effekte auf die Immuntoleranz vermieden werden. Eine Handreichung dazu bieten die Hygienehypothese und die „old friends“ Theorie, die die Unterschiede in der Rolle der Pathogene für die Entwicklung des Immunsystems mit der gemeinsamen Evolution erklärt. Daraus lassen sich Implikationen für die Infektionsprävention ableiten: Bezüglich der Mikroorganismen, die für die Ausbildung der Toleranz verantwortlich sind (sog. old friends, z.B. Mikroorganismen, die das Mikrobiom bilden), können sich übertriebene Hygienemaßnahmen negativ auswirken. Pathogene, die eine dauerhafte Immunität auslösen oder tödlich verlaufen können (sog. crowd infections, z.B. Masern) haben diese Rolle nicht – angesichts der Risiken sollte hier eine spezifische Prävention mittels Impfung erfolgen. Die meisten akuten respiratorischen und gastrointestinalen Infektionen fallen in eine weitere Gruppe ohne bleibende Immunantwort (z.B. Rhinovirusinfektionen), deren Rolle für die Immuntoleranz bisher unklar ist. Für diese Infektionen können unspezifische Präventionsmaßnahmen eingesetzt werden. Gesicherte Evidenz liegt für die Effektivität von Handhygiene sowie von Barriere- und Isolationsmaßnahmen zur Verhinderung der Infektionsübertragung vor. Hingegen gibt es für Maßnahmen zur Stärkung der Immunität keine oder bestenfalls kontroverse Evidenz. Der traditionelle Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältung erscheint fraglich und daher auch die Bedeutsamkeit der entsprechenden Präventionsmaßnahmen. Unklar ist, in welchem Umfang einzelne Maßnahmen von Eltern eingesetzt werden, und ob die Exposition gegenüber den leichten akuten Infektionen doch immunologisch eine Rolle spielt. 2
Issue Date:
Jan-2016
URI:
http://hdl.handle.net/10033/620648
Submitted date:
2016-12-08
Type:
Article
Language:
de
Appears in Collections:
Publications of the AG (ESME)

Full metadata record

DC FieldValue Language
dc.contributor.authorSchlinkmann, K.M.en
dc.contributor.authorRaupach-Rosin, H.en
dc.contributor.authorHübner, J.,en
dc.date.accessioned2016-12-08T11:34:46Z-
dc.date.available2016-12-08T11:34:46Z-
dc.date.issued2016-01-
dc.date.submitted2016-12-08-
dc.identifier.urihttp://hdl.handle.net/10033/620648-
dc.description.abstractAkute respiratorische und gastrointestinale Infektionen stellen die am weitesten verbreiteten Infektionserkrankungen im Kindesalter dar und generieren hohe Kosten. Bezüglich des Immunsystems ist neben der Infektionsabwehr auch die Immuntoleranz zu beachten. Daraus ergibt sich die Frage nach einer Ausgestaltung der Infektionsprävention, bei der negative Effekte auf die Immuntoleranz vermieden werden. Eine Handreichung dazu bieten die Hygienehypothese und die „old friends“ Theorie, die die Unterschiede in der Rolle der Pathogene für die Entwicklung des Immunsystems mit der gemeinsamen Evolution erklärt. Daraus lassen sich Implikationen für die Infektionsprävention ableiten: Bezüglich der Mikroorganismen, die für die Ausbildung der Toleranz verantwortlich sind (sog. old friends, z.B. Mikroorganismen, die das Mikrobiom bilden), können sich übertriebene Hygienemaßnahmen negativ auswirken. Pathogene, die eine dauerhafte Immunität auslösen oder tödlich verlaufen können (sog. crowd infections, z.B. Masern) haben diese Rolle nicht – angesichts der Risiken sollte hier eine spezifische Prävention mittels Impfung erfolgen. Die meisten akuten respiratorischen und gastrointestinalen Infektionen fallen in eine weitere Gruppe ohne bleibende Immunantwort (z.B. Rhinovirusinfektionen), deren Rolle für die Immuntoleranz bisher unklar ist. Für diese Infektionen können unspezifische Präventionsmaßnahmen eingesetzt werden. Gesicherte Evidenz liegt für die Effektivität von Handhygiene sowie von Barriere- und Isolationsmaßnahmen zur Verhinderung der Infektionsübertragung vor. Hingegen gibt es für Maßnahmen zur Stärkung der Immunität keine oder bestenfalls kontroverse Evidenz. Der traditionelle Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältung erscheint fraglich und daher auch die Bedeutsamkeit der entsprechenden Präventionsmaßnahmen. Unklar ist, in welchem Umfang einzelne Maßnahmen von Eltern eingesetzt werden, und ob die Exposition gegenüber den leichten akuten Infektionen doch immunologisch eine Rolle spielt. 2en
dc.language.isodeen
dc.rights.urihttp://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/*
dc.titleInfection prevention at preschool age - What is reasonable? [Infektionsprävention im Kindergartenalter -Was ist sinnvoll?]de
dc.typeArticleen
This item is licensed under a Creative Commons License
Creative Commons
All Items in HZI are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.